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Geschichte der RBA - Aus- und Fortbildung auf dem Gebiet der Landwirtschaft an der KVHS Uckermark

Geschichte

Mit 3.058 Quadratkilometern ist der Landkreis Uckermark einer der fl├Ąchenm├Ą├čig gr├Â├čten Landkreise der Bundesrepublik, aber mit knapp 130.000 Einwohnern auch einer der am d├╝nnsten besiedelten Landkreise in Deutschland.

Ca. 500 landwirtschaftliche Unternehmen unterschiedlicher Rechtsformen mit 2500 Arbeitskr├Ąften wirtschaften im Landkreis.

Im Oktober 1992 beschloss der Kreistag Uckermark den Zusammenschluss der ehemaligen Landwirtschaftsschule mit der Kreisvolkshochschule. 

Im Auftrag des Ministeriums f├╝r Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung ( jetzt Ministerium f├╝r Infrastruktur und Landwirtschaft ) arbeitet dieser Fachbereich seither als Regionalstelle f├╝r berufliche Bildung im Agrarbereich (RBA).

Der Zusammenschluss hat sich als eine sehr positive Entscheidung f├╝r die landwirtschaftlichen Unternehmen in der Uckermark erwiesen. Mit der Erwachsenenbildung auf landwirtschaftlichem Gebiet werden Traditionen fortgesetzt, die die Uckermark seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet hat.

Sofort nach der Wende stellte sich die Bildungseinrichtung auf die ver├Ąnderten wirtschaftlichen Bedingungen in der Landwirtschaft ein und nahm die Arbeit nach dem Berufsbildungsgesetz auf. Es galt Curricula zu entwickeln und in Weiterbildungsangebote umzusetzen, Teilnehmer zu werben, Dozenten zu suchen und einzusetzen, die sich diesen neuen Bedingungen  stellten.

Zahlreiche F├Ârderprogramme waren umzusetzen, um den Wieder- und Neueinrichtern landwirtschaftlicher Betriebe mit  finanziellen Hilfen die Fortbildung zu erleichtern.

Auch konnten die materiellen Bedingungen mit Unterst├╝tzung  von ESF-Mitteln aus dem Landwirtschaftssektor im Jahr 2000 wesentlich verbessert werden. Aus einer maroden Baracke zog die KVHS/RBA in ein renoviertes Geb├Ąude mit hellen, gut ausgestatten Unterrichtsr├Ąumen. 

In Abstimmung mit den Amtsleitern f├╝r Landwirtschaft in den Kreisen Uckermark und Barnim wurde der Wirkungsbereich der RBA ├╝ber den Kreis Uckermark und Teile des Kreises Barnim festgelegt.

Den Landwirten des Kreises Barnim wurde vorgeschlagen, sich entsprechend dem Wohnortprinzip an den Veranstaltungen der RBA Uckermark, Oberhavel oder M├Ąrkisch Oderland zu beteiligen.

Aus- und Weiterbildungsangebote

Der Weiterbildungsbedarf besteht in der Landwirtschaft nach wie vor. In der Zwischenzeit sitzen bereits die Kinder der Landwirte, die bei uns in den neunziger Jahren die Schulbank dr├╝ckten, in den Kursen.

Unsere  Fortbildung  ist auf die betreuungsintensiven Kurse und Lehrinhalte aufgebaut. Das hei├čt, neben den obligatorischen Unterrichtstunden ist f├╝r die Kursteilnehmer auch die Erf├╝llung praktischer Aufgaben erforderlich.

In der Einrichtung werden die Landwirte auf den

  •  Berufsabschluss Landwirt,
  •  auf den Abschluss Landwirtschaftsmeister,
  •  auf die Pr├╝fung zur Ausbildereignung,
  •  auf den Sachkundenachweis Pflanzenschutz vorbereitet. 

Diese Kurse schlie├čen mit Abschlusspr├╝fungen vor dem jeweilig verantwortlichen Pr├╝fungsausschuss der zust├Ąndigen Stelle f├╝r Berufsbildung in der Landwirtschaft des Landes Brandenburg ab.

Die Teilnehmer, die sich auf die Pr├╝fung zum Berufsabschluss vorbereiten, sind Landwirte, die zum Teil schon jahrelang einen Betrieb im Haupt- oder Nebenerwerb f├╝hren und eine au├čerhalb der Landwirtschaft abgeschlossene Ausbildung haben oder auch Angestellte, die keinen landwirtschaftlich Abschluss besitzen, aber in einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten. Zunehmend sind es die Frauen aus Familienbetrieben, die wissen m├Âchten, was auf ihren H├Âfen und Wirtschaften gewusst werden muss. 

Um auch Landwirten im Nebenerwerb diese Fortbildung zu erm├Âglichen, findet der Unterricht abends und am Sonnabend statt.

Die n├Ąchste Stufe ist der Meisterabschluss.

Ebenso wie der Kurs zum Berufsabschluss erfolgt die theoretische Ausbildung in zwei Winterhalbjahren. Das hei├čt der Unterricht an der Schule findet vom Oktober bis M├Ąrz, jeweils ein- oder zweit├Ągig statt. In den verbleibenden Monaten treffen sich die Kursteilnehmer mit den Lehrkr├Ąften zu den verschiedensten Veranstaltungen in den Betrieben, Versuchsfeldern, auf Ausstellungen und Veranstaltungen andere Bildungstr├Ąger.

Bei der Vorbereitung auf den Berufsabschluss Landwirt kommt es besonders darauf an, praktische Fertigkeiten zu vertiefen und zu festigen, wie zum Beispiel das Melken oder Pfl├╝gen. 

Beim Meisteranw├Ąrter ist es wichtig, wirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Zusammenh├Ąnge zu werten und zu beurteilen, so dass der Schwerpunkt auf Betriebsbeurteilungen gelegt wird.

Ein weiteres Angebot mit staatlichem Abschluss  ist die Vorbereitung auf die Ausbildereignungspr├╝fung. In einem bis 120 Stunden umfassenden Programm werden Landwirte und G├Ąrtner, die Lehrlinge ausbilden oder auszubilden beabsichtigen, auf dem Gebiet der Betriebs- und Arbeitsp├Ądagogik unterrichtet. In der Meistervorbereitung ist dieser Teil ebenfalls Pflichtteil der Ausbildung.

Die Teilnehmer lernen eine Unterweisung durchf├╝hren, den Jugendlichen anzuleiten und zu beurteilen. Dazu ist es n├Âtig, die verschiedensten Anforderungen im Umgang mit dem Jugendlichen zu kennen.

Stark genutzt werden immer wieder die Kurse zum Erwerb des Sachkundenachweises im Pflanzenschutz. Eine Folge der negativen Auswirkungen im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie der Anforderungen des neuen Pflanzenschutzgesetzes.

Die Gesetzgeber verlangen, zu Recht, Sachkunde von denen, die mit solchen Mitteln arbeiten. Mit diesen Kursen kann schon auf eine Verbesserung landwirtschaftlicher Verfahren und Bodenverh├Ąltnisse beigetragen werden.

In Vorbereitung des j├Ąhrlichen Agrarantrages werden den Landwirten zudem Hilfen zur technischen Umsetzung (PC) angeboten.

Neben den direkten Ausbildungsma├čnahmen der Ausbilder landwirtschaftlicher Betriebe werden durch die RBA  j├Ąhrlich gemeinsam mit der Bildungsberaterin f├╝r die Region Ausbilderstammtische organisiert. Hier werden Probleme der berufspraktischen und theoretischen Ausbildung der Erstausbildung angesprochen und diskutiert. Dazu setzen sich Lehrer, Ausbilder und Pr├╝fungsausschussmitglieder zusammen, werten praktische Pr├╝fungen aus, geben Hinweise zur Ausbildung, legen Ma├čnahmen zur Verbesserung der schulischen Arbeit fest.

Die p├Ądagogischen Mitarbeiter der Volkshochschule stehen hier mit ihren Erfahrungen bereit.

├ľkologische Landwirtschaft ist in den letzen Jahren zur besonderen Aufgabe geworden. Um damit den in der Landwirtschaft t├Ątigen Hilfe und Unterst├╝tzung zu geben, werden seit einigen Jahren die unterschiedlichen Veranstaltungen zu artgerechten Haltung, den Anbau alternativer Kulturpflanzen oder verschiedenen Fruchtfolgen gegeben.

Weitere Fortbildungen in vielf├Ąltigen Bereichen k├Ânnen ebenfalls angeboten werden, wie zum Beispiel: 

  • aktueller Seuchenschutz, 
  • ├Âkologische Landwirtschaft, 
  • Fortbildung f├╝r Melker, 
  • Arbeitsschutz in der Landwirtschaft, 
  • Fortbildung f├╝r in der Schweineproduktion T├Ątige,
  • die Arbeit mit dem PC,
  • F├╝tterungsfragen f├╝r Rind und Schwein.

Erfolge

Seit 1993 nahmen ca. 2750 Teilnehmende an Kursen und Veranstaltungen der RBA Uckermark teil. Davon erreichten 120 einen Abschluss als Meister und 130 einen Abschluss als Landwirt. 274 Teilnehmer bestanden die Ausbildereignungspr├╝fung und 441 die Pr├╝fung Sachkunde im Pflanzenschutz. 

Die bisher erreichten Ergebnisse sind au├čerordentlich gut. Mehrmals konnten Teilnehmer als beste Meister oder Landwirte des gesamten Landes Brandenburg ausgezeichnet werden.